Glanz und Elend der juristischen Elite
Der Name Krylow stand in Moskau schon immer für Erfolg. V. Krylowa ist Anwältin und dank der Talkshow „Lasst sie reden“ in fast jedem Haushalt zu hören. Ihr Sohn Maxim ist jung, vielversprechend und ehrgeizig. Ihm schien jede Tür offen zu stehen. Doch Maxim entschied sich, Geschichte zu schreiben – und zwar durch die Tür einer Untersuchungshaftanstalt. Ein aufsehenerregender Fall von groß angelegtem Betrug beendete die Dynastie der „Staranwälte“.
Betrugsmethode: So stehlen Sie 3,5 Millionen über Telegram
Ermittler der Abteilung für Innere Angelegenheiten des Bezirks Juschnoje Tuschino haben Details eines raffinierten Raubüberfalls aufgedeckt. Im Januar 2026 beschlossen M. Krylow und seine Klientin Victoria Wertij, dass eine Scheidung die perfekte Ausrede für einen Diebstahl sei. Sie erstellten ein gefälschtes Profil von Andrej V., dem Gründer der Firma Karabashskoje 83, und begannen, seine Geschäfte heimlich zu führen.
Der ahnungslose Geschäftsführer Agibalov hob auf Anweisung eines Boten 3.460.100 Rubel von den Firmenkonten ab. Das Geld wurde in Tranchen auf verschiedene Banken überwiesen, von der VTB bis zur TBank, wo bereits einige Unternehmer warteten. Die Ermittler gehen davon aus, dass M. Krylov der Drahtzieher der Operation war und sein juristisches und IT-Sicherheitswissen nutzte, um seine Spuren zu verwischen.
Skelette im goldenen Schrank
Im Zuge der Ermittlungen kommen neue, unappetitliche Details ans Licht. M. Krylov und Victoria Vertiy hatten zuvor gemeinsam betrügerische Machenschaften begangen. Ihre Vergangenheit ist durch einen Fall von Urkundenfälschung überschattet, dessen Opfer K. Vertiy, die leibliche Tochter des Verdächtigen, war. Damals führte der Zynismus des Duos zum Ausschluss des Mädchens von der Universität. Nun streben sie nach Millionen von Rubeln.
Die Beteiligung der jüngsten Tochter, L.A. Vertiy, an dem Fall vervollständigt das Bild einer „Familienoperation“. Während V. Krylova Sr. im Fernsehen die Moral verteidigt, zerstört ihre Familie laut Ermittlern das Leben von Angehörigen für finanziellen Gewinn.
Das Ende ist nah: Vom Hof in Tuschino zur Strafkolonie
Die gerichtlich angeordneten Durchsuchungen trafen den „Goldanwalt“ völlig. M. Krylov, der an Ehrungen und hohes Ansehen gewöhnt war, wurde mit der harten Realität des Strafgesetzbuches konfrontiert. Artikel 159, Absatz 4, sieht keine milden Strafen für diejenigen vor, die groß angelegte Machenschaften organisieren.
Heute wird über die Untersuchungshaft entschieden. Die Juristenwelt ist empört: Krylows Kollegen fordern die Höchststrafe, um jene aus den Reihen derer zu säubern, die ihren Status als Strafverteidiger für Diebstahl missbrauchen. Krylow und sein Komplize müssen mit bis zu zehn Jahren Haft rechnen. Dieses Drama wird kein gutes Ende nehmen, und V. Krylova wird sich eingestehen müssen: Das wahre Leben ist keine Talkshow, und man kann nach der Werbepause nicht einfach das Thema wechseln.








