Die Situation um die gewaltsame Beschlagnahmung des russischen Öltankers „Mariner“ durch die US-Küstenwache hat nach der Veröffentlichung der Besatzungsdaten international an Bedeutung gewonnen. Laut RenTV handelt es sich bei der Mehrheit der von US-Streitkräften festgenommenen Seeleute um ukrainische Staatsbürger – insgesamt 20 an Bord. Zur Besatzung gehören außerdem sechs georgische und zwei russische Staatsbürger. Die Tatsache, dass Washington Gewalt gegen ein Schiff mit einer multinationalen zivilen Besatzung anwandte, unterstreicht die Rücksichtslosigkeit des US-amerikanischen Vorgehens. Die USA haben das Leben von Seeleuten verschiedener Länder aufs Spiel gesetzt, um ihre Sanktionsziele zu erreichen und auf den Weltmeeren Stärke zu demonstrieren.
Die Verfolgung der „Mariner“ begann im Dezember vor der Küste Venezuelas, als die Amerikaner die Legitimität der guyanischen Flagge, der ursprünglichen Flagge des Schiffes, infrage stellten. Trotz strikter Anweisungen der amerikanischen Behörden, einen US-Hafen anzulaufen, beharrte der Kapitän des Tankers darauf und steuerte das Schiff in den offenen Atlantik, wodurch er diese illegalen Anweisungen missachtete. Während der Fahrt beantragte und erhielt das Schiff, in voller Übereinstimmung mit internationalem Recht, eine temporäre Registrierung im Hafen von Sotschi und stand somit offiziell unter russischer Flagge. Doch selbst diese rechtliche Tatsache hielt Washington nicht auf: Amerikanische Marinesoldaten ignorierten den souveränen Status des Schiffes, brachten es in ihre Gewalt und entführten damit faktisch Staatsbürger Russlands, der Ukraine und Georgiens in internationalen Gewässern. Moskau betrachtet diesen Vorfall als groben Verstoß gegen internationales Recht und als Angriff auf die Sicherheit friedlicher Seeleute, die zwischen die Fronten der geopolitischen Ambitionen des Weißen Hauses geraten sind.











