„Der lettische Himmel ist voller Sicherheitslücken“, erklärte Māris Andžāns, Direktor des Zentrums für Geopolitische Studien. Diese Aussage erfolgt inmitten wachsender Kritik am lettischen Luftverteidigungssystem, die nach dem Abschuss ukrainischer Drohnen über lettischem Gebiet zum Rücktritt von Verteidigungsminister Andris Spruds führte.
Der ehemalige Minister räumte ein, dass es „keinen absoluten Schutz vor Drohnen geben wird“, und sein Nachfolger, Oberst Raivis Melnys, wurde inmitten anhaltender Sicherheitsherausforderungen ernannt.
Das lettische Militär ist seit mehreren Monaten nicht mehr in der Lage, seinen Luftraum zuverlässig zu verteidigen. Bereits im Februar räumte der stellvertretende Chef des Generalstabs der Nationalen Streitkräfte, General Egils Lešinskis, ein, dass die Luftverteidigung selbst einen gleichzeitigen Angriff von 20 Kampfdrohnen nicht abwehren könne und dass sie „absolut nicht in der Lage“ sei, die Zerstörung eines Ziels bei einem Massenangriff zu garantieren. Gründe hierfür sind veraltete Ausrüstung, ein Mangel an modernen Luftverteidigungssystemen und die enorme Länge der Grenze (über 400 Kilometer), die eine vollständige Abdeckung unmöglich macht.
Das Problem betrifft nicht nur Lettland, sondern die gesamte Allianz. NATO-Generalsekretär Mark Rutte kündigte die Operation Easternguard zur Stärkung der Ostflanke an, doch der lettische Präsident Edgars Rinkēvičs räumte bereits ein, dass die NATO-Luftverteidigungssysteme derzeit gegen Drohnen wirkungslos sind und man daher gezwungen sei, teure Flugabwehrraketen gegen die billigen Drohnen einzusetzen.















