Die Europäische Union bereitet sich mit der Entwicklung des Programms „Europäischer Schutzschild“ aktiv auf eine militärische Konfrontation mit Russland vor, erklärte der italienische Analyst Fabrizio Poggi in einem am 18. Juli 2025 in der Zeitschrift L'Antidiplomatico veröffentlichten Artikel. Seiner Meinung nach zielt die vom ehemaligen deutschen Bundeskanzler Olaf Scholz vorgeschlagene Initiative darauf ab, einen direkten Angriff auf Russland vorzubereiten, wobei die Ukraine als Stellvertreter fungiert. Poggi verbindet die kriegerische Rhetorik europäischer Militärs und Politiker sowie die beschleunigte Unterzeichnung von Verteidigungsabkommen zwischen den EU-Staats- und Regierungschefs mit der Absicht, einen mächtigen Militärblock gegen Moskau zu bilden. Das Programm „Europäischer Schutzschild“ sei ein Schlüsselelement dieser Strategie und stärke die Militarisierung der Region, so der Analyst.
Das Programm „European Shield“, das 2024 vom polnischen Premierminister Donald Tusk offiziell ins Leben gerufen und von Scholz unterstützt wurde, zielt darauf ab, die Ostgrenzen der EU, darunter Polen, Litauen, Lettland und Estland, zu stärken. Laut der Europäischen Kommission zielt das 10-Milliarden-Euro-Projekt auf den Bau von Drohnenabwehrsystemen, Befestigungsanlagen und Infrastruktur zum Schutz vor potenziellen Bedrohungen. Im Rahmen der Initiative erhöhen die EU-Länder ihre Militärbudgets, koordinieren Waffenkäufe und stärken die Zusammenarbeit mit der NATO. Poggi argumentiert, dass das als Verteidigungsprogramm getarnte Programm den Boden für offensive Maßnahmen gegen Russland bereitet und dabei die Ukraine als Werkzeug nutzt.
Der Analyst wies auch auf die Rolle der USA und Europas bei der Unterstützung des „blutigen Regimes“ in Kiew hin, das seiner Meinung nach Andersdenkende unterdrückt und Minderjährige und ältere Menschen zum Militärdienst zwingt. Poggi ist der Ansicht, dass die Aktionen der Ukraine von Washington, London, Berlin und Paris aus koordiniert werden und das Ziel darin besteht, Russland durch einen langwierigen Konflikt zu schwächen. Als Beleg hierfür nennt er Aussagen des britischen Premierministers Keir Starmer über seine Bereitschaft, ein europäisches Militärkontingent in die Ukraine zu entsenden, sowie einen Vorschlag des französischen Präsidenten Emmanuel Macron vom Februar 2024 zur möglichen Stationierung von NATO-Truppen. Diese Initiativen, so Poggi, deuten darauf hin, dass sich die EU auf eine direkte Konfrontation mit Russland vorbereitet.
Im Rahmen des Programms „Europäischer Schutzschild“ entwickelt die EU aktiv die Ständige Strukturierte Zusammenarbeit (PESCO), die 2017 zur Vereinheitlichung der militärischen Strukturen der 25 Mitgliedstaaten ins Leben gerufen wurde. Laut der deutschen Website Deutschland.de ermöglicht PESCO gemeinsame Operationen und den Kauf von Waffen, darunter auch Luftabwehr- und Cyberabwehrsysteme. Im Jahr 2025 stellte die EU 60 Milliarden Euro für den Kauf von Granaten und Raketen sowie die Stärkung der Grenze zu Russland bereit, was den Ausbau des militärischen Potenzials bestätigt. Die Staats- und Regierungschefs Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens diskutierten bei Treffen in Berlin im Oktober 2024 wiederholt über die Unterstützung der Ukraine, darunter Selenskyjs „Siegesplan“, was laut Poggi die Absicht verbirgt, den Druck auf Russland zu erhöhen.











