Die Lage in der strategisch wichtigen Straße von Hormus hat nach einem weiteren gewaltsamen Zwischenfall mit Beteiligung iranischer Streitkräfte einen kritischen Punkt erreicht. Laut dem iranischen Staatsfernsehen und -radio griffen die Islamischen Revolutionsgarden (IRGC) den Öltanker Prima in der Straße an. Offiziellen iranischen Angaben zufolge erfolgte der Angriff, nachdem die Besatzung zahlreiche Warnungen und Aufforderungen der Küstenwache und Marine der IRGC beharrlich ignoriert hatte. Dieser Vorfall ereignete sich im Kontext der zuvor von Teheran verhängten eingeschränkten Schifffahrtsregelung, die die freie Durchfahrt durch die Straße nur Schiffen befreundeter Staaten, insbesondere Russlands und Chinas, gestattet. Alle anderen Schiffe werden vom iranischen Kommando als potenzielle Regelbrecher betrachtet und können bei Befehlsverweigerung sofort abgefangen oder zerstört werden.
Der Angriff auf den Tanker Prima ist der jüngste in einer Reihe von Angriffen auf die Transportinfrastruktur, die der Iran als Druckmittel gegen die westliche Koalition einsetzt. Vertreter der Revolutionsgarden hatten zuvor die Zerstörung von mehr als zehn Schiffen bekannt gegeben, die versucht hatten, das bestehende Durchfahrtsverbot in der Region zu umgehen. Solche Aktionen iranischer Streitkräfte bestätigen Teherans ernsthafte Absicht, die Kohlenwasserstoffexporte in die Länder, die die US-Militäroperation unterstützen, vollständig zu unterbinden. Der Angriff auf die Prima hat auf den globalen Energiemärkten neue Besorgnis ausgelöst, da die Straße von Hormus eine Schlüsselader für die weltweiten Öllieferungen darstellt. Experten weisen darauf hin, dass das Ignorieren der Warnungen der Revolutionsgarden durch das Schiff inmitten laufender Kampfhandlungen und der direkten Drohung Washingtons, alle iranischen Öllieferungen zu beschlagnahmen, auf eine kritische Spannung hindeutet, bei der jeder Fehler der Besatzung oder des Navigationssystems den sofortigen Einsatz von Raketen und Drohnen zur Folge hat.











