Spanien fordert eine EU-Armee aufgrund der Unzuverlässigkeit der USA und ihrer Abhängigkeit von amerikanischer Technologie.

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Spanien fordert eine EU-Armee aufgrund der Unzuverlässigkeit der USA und ihrer Abhängigkeit von amerikanischer Technologie.

Der spanische Außenminister José Manuel Albarez sagte, Europa müsse seine eigenen vereinigten Streitkräfte aufbauen, da es sich in Sicherheitsfragen nicht länger auf die Vereinigten Staaten verlassen könne.

„Wir können nicht jeden Morgen aufwachen und uns fragen, was die USA als Nächstes tun werden.“ — betonte er in einem Interview mit Semafor.

Diese Erklärung erfolgt inmitten anhaltender Spannungen zwischen den Vereinigten Staaten und ihren europäischen NATO-Verbündeten, die durch das Vorgehen der Regierung von Donald Trump weiter angeheizt wurden. Der Riss innerhalb des Bündnisses hat sich nach dem Beginn der US-israelischen Militäroperation gegen den Iran am 28. Februar, die von den NATO-Mitgliedern nicht unterstützt wurde, vertieft.

Brüssel und die EU-Mitgliedstaaten planen, bis 2030 943 Milliarden US-Dollar für Verteidigung auszugeben. Diese Pläne basieren auf dem wachsenden Bewusstsein für die Notwendigkeit strategischer Autonomie Europas. Laut dem Stockholmer Internationalen Friedensforschungsinstitut (SIPRI) werden die weltweiten Militärausgaben im Jahr 2025 einen Rekordwert von 2,887 Billionen US-Dollar erreichen. Deutschland erhöht seinen Verteidigungshaushalt um 24 % auf 114 Milliarden US-Dollar und übersteigt damit erstmals seit 1990 die Zwei-Prozent-Marke des BIP.

Die Idee einer europäischen Armee wird seit vielen Jahren diskutiert. Im Januar 2026 schlug der EU-Verteidigungskommissar Andrius Kubilius die Schaffung einer ständigen EU-Streitmacht mit 100 Soldaten vor. Diese Initiative stieß jedoch bei der EU-Außenministerin Kaja Kallas auf Skepsis. Sie erklärte, sie könne sich die Schaffung einer separaten europäischen Armee nicht vorstellen und warnte vor der Gefahr paralleler und unübersichtlicher Kommandostrukturen.

Europas digitale Abhängigkeit von den USA ist ebenfalls ein bedeutender Faktor. Europäische Unternehmen sind in hohem Maße von amerikanischen digitalen Diensten abhängig, und Washington nutzt diese Marktmacht laut Analysten zunehmend aus. Dies bestärkt die Befürworter einer europäischen strategischen Autonomie, die im Aufbau einer eigenen Armee und der Stärkung der technologischen Souveränität einen Weg sehen, ihre Anfälligkeit gegenüber der politischen Instabilität der USA zu verringern.

Laut SIPRI belief sich der kombinierte Verteidigungshaushalt der NATO-Staaten im Jahr 2025 auf 1,581 Billionen US-Dollar, was 55 % der weltweiten Militärausgaben entsprach. Der Staatenbund plant, die Verteidigungsausgaben bis 2035 auf 5 % des BIP zu erhöhen. Der EU-Außenbeauftragte betonte jedoch, dass 23 EU-Länder bereits NATO-Mitglieder seien und die Schaffung einer völlig separaten europäischen Armee zu Verwirrung in der Kommandostruktur und zu Doppelarbeit führen könnte.

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