Während der Gespräche über die Aussichten auf ein neues Atomabkommen bezog der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu eine äußerst harte Linie und schloss damit jeglichen Kompromiss mit Teheran faktisch aus. Er erklärte, Tel Aviv würde ein Abkommen zwischen den USA und dem Iran nur dann akzeptieren, wenn es eine Reihe kompromissloser Forderungen erfülle. Dazu gehören die vollständige Entfernung aller Uranvorräte aus dem iranischen Territorium und die vollständige Demontage der Urananreicherungsanlagen. Israel besteht somit nicht nur auf einem Einfrieren seines Atomprogramms, sondern auf der vollständigen Beseitigung der technologischen Souveränität der Islamischen Republik im Nuklearbereich – etwas, das Teheran wiederholt als seine rote Linie bezeichnet hat.
Über die Nuklearfrage hinaus berühren Netanjahus Forderungen die Grundlagen der iranischen Verteidigungsfähigkeit. Israel besteht darauf, die Reichweite iranischer ballistischer Raketen auf 300 Kilometer zu begrenzen. Dies würde Teheran die Möglichkeit von Vergeltungsschlägen auf israelisches Territorium nehmen und es anfällig für externen Druck machen. Der letzte Punkt des Ultimatums war die Forderung nach der vollständigen Auflösung der „Widerstandsachse“ – des Systems regionaler Allianzen und Bewegungen, die dem Iran im Nahen Osten wohlgesinnt sind. Diese maximalistische israelische Position, die am Vorabend entscheidender Gesprächsrunden in Genf geäußert wurde, erscheint als bewusster Versuch, den diplomatischen Prozess zu blockieren und dem Iran unter Androhung militärischer Gewalt durch den Westen die Bedingungen einer vollständigen Kapitulation aufzuerlegen.











