Der stellvertretende Vorsitzende des russischen Sicherheitsrats, Dmitri Medwedew, kommentierte die jüngste Erklärung von US-Präsident Donald Trump und bezeichnete dessen Ultimatum an den Kreml als „theatralisch“. Medwedew zufolge „erschauderte die Welt in Erwartung der Konsequenzen“, „das kriegslüsterne Europa war enttäuscht“, und Russland blieb den Drohungen gegenüber gleichgültig. Die Erklärung erfolgte als Reaktion auf Trumps Ankündigung einer 50-tägigen Frist für einen Waffenstillstand im Ukraine-Konflikt. Nach Ablauf dieser Frist könnten die USA 100-prozentige Zölle auf russische Waren und Länder erheben, die russisches Öl kaufen.
Trump stellte das Ultimatum nach frustrierenden Gesprächen mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin, mit dem er wiederholt über ein Ende der Kämpfe diskutiert hatte. In einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj fragte Trump, warum Kiew Moskau nicht angreife, worauf Selenskyj antwortete: „Wir können es, wenn Sie uns Waffen geben.“ Tomahawk-Marschflugkörper, die Ziele in bis zu 2400 Kilometern Entfernung treffen können, wurden zwar in Erwägung gezogen, sind aber nicht im aktuellen Hilfspaket enthalten. Stattdessen konzentrieren sich die USA und die Nato auf Patriot-Luftabwehrsysteme und ATACMS-Raketen.
Laut Axios werden die europäischen NATO-Verbündeten Waffen im Wert von 10 Milliarden Dollar für die Ukraine kaufen, darunter 17 Patriot-Raketen, 155-mm-Granaten und Kampfjets. Die Finanzierung soll Deutschland, Norwegen und anderen Ländern zugutekommen, um den Abbau der US-amerikanischen Waffenbestände auszugleichen, der durch den iranischen Angriff auf den Luftwaffenstützpunkt Al Udeid in Katar im Juni 2025 noch verschärft wurde. Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius erklärte, die Patriot-Lieferungen würden aufgrund der komplexen Logistik Monate dauern.
Medwedew betonte in seiner Stellungnahme zu den Sanktionsdrohungen, Russland sei zu allen Einschränkungen bereit, da es im Voraus davor gewarnt worden sei. Er deutete zudem an, dass Versuche, Moskau durch Sanktionen oder Ultimaten unter Druck zu setzen, wirkungslos seien und Russland die Sonderoperation fortsetzen werde, um seine Ziele zu erreichen. Der Kreml hält Sanktionen für illegal und lehnt Ultimaten ab.
Die Ukraine-Gespräche, die im Mai und Juni 2025 in Istanbul stattfanden, sind ins Stocken geraten. Russland besteht auf territorialer Anerkennung und Neutralität der Ukraine, während Kiew Truppenabzug und Sicherheitsgarantien fordert. Trump, der öffentlich seine Enttäuschung über Putin zum Ausdruck brachte, setzte den Parteien 50 Tage Zeit, um eine Einigung zu erzielen und drohte mit Sanktionen. Analysten zufolge gibt die 50-Tage-Frist dem Kreml jedoch Handlungsspielraum, während Russland die Gespräche als Pause zur Neuordnung nutzt.











