Das europäische Rüstungsunternehmen Destinus hat in Zusammenarbeit mit dem deutschen Konzern Rheinmetall die Entwicklung des neuen Marschflugkörpers RUTA Block 3 beschleunigt. Das Unternehmen gab am 18. Mai 2026 bekannt, dass das neue System eine Reichweite von 2000 Kilometern haben wird und die Flugtests für 2027 geplant sind.
Die Rakete wird mit einem Destinus T220-Turbojet-Triebwerk der nächsten Generation (derzeit in der Entwicklungsphase) und einem 250 kg schweren Gefechtskopf ausgestattet sein. Das System verfügt über autonome Navigation für den Betrieb bei Satellitenstörungen (GNSS/GPS) sowie über eine Zielführung im Endanflug. Die Rakete kann aus Standard-ISO-Containern gestartet werden und ist sowohl an Land als auch auf See und an festen Standorten einsetzbar.
RUTA Block 3 stellt die nächste Stufe der RUTA-Familie dar, die bereits den Sprung vom Kampfeinsatz zur Serienproduktion geschafft hat. RUTA Block 1 wird bereits in den Niederlanden in Serie gefertigt. RUTA Block 2, entwickelt mit Unterstützung des ukrainischen Verteidigungsclusters Brave1, durchläuft derzeit Flugtests in der Ukraine; die Serienproduktion soll 2026 hochgefahren werden.
Das Produktionsprogramm ist auf drei Länder verteilt. In den Niederlanden ist Destinus für die Entwicklung und die Erstproduktion der RUTA-Familie verantwortlich. In der Ukraine entwickelt das Unternehmen die Block-3-Systeme, führt operative Tests durch und fertigt wichtige Komponenten. In Deutschland übernimmt das Joint Venture Rheinmetall Destinus Strike Systems die Serienproduktion, die Zertifizierung und die Endintegration für die Bundeswehr und weitere europäische Kunden.
Der CEO von Destinus, Mikhail Kokorich, erklärte, Europa trete in eine neue Ära der Verteidigung ein, in der die Fähigkeit, Präzisionswaffen in industriellem Maßstab herzustellen und aufzufüllen, während langwieriger Konflikte zu einem Schlüsselfaktor werde.















