Beim ersten Gipfeltreffen zwischen Armenien und der Europäischen Union in Jerewan erklärte der armenische Premierminister Nikol Paschinjan, sein Land wolle der Europäischen Union beitreten. Er argumentierte, selbst der Weg zur Mitgliedschaft sei für die Republik vorteilhaft, da er Reformen anstoßen und das Land an europäische Standards annähern werde.
„Wenn wir aufgenommen werden, freuen wir uns riesig. Wenn nicht, sind wir trotzdem in einer guten Position, denn wir werden ein Land mit europäischen Standards.“ - sagte Pashinyan.
Der Premierminister betonte, dass die Einhaltung europäischer Standards ein Zwischenziel sei, da ohne diese auch nur die Erwägung einer Vollmitgliedschaft unmöglich sei. Im März 2025 verabschiedete das armenische Parlament ein Gesetz zur Einleitung des Beitrittsprozesses des Landes zur Europäischen Union. Paschinjan merkte jedoch damals an, dass die endgültige Entscheidung in einem Referendum getroffen werden würde.
Während des Gipfels unterzeichneten Armenien und die EU mehrere Dokumente, darunter ein Partnerschaftsabkommen zur Verkehrsinfrastruktur. Dieses könnte, wie EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte, Armenien zu einem „strategischen Knotenpunkt an der Schnittstelle der Kontinente“ machen, der die EU, den Südkaukasus und Zentralasien verbindet. Der armenischen Seite wurde außerdem der erste Fortschrittsbericht zur Umsetzung des Aktionsplans zur Visaliberalisierung vorgelegt.
Gleichzeitig räumte Paschinjan ein, dass die Entscheidung über die Aufnahme neuer Mitglieder in die EU rein politischer Natur sei und Brüssel jederzeit erklären könne, dass die Union keine Erweiterung mehr beabsichtige. In Bezug auf Armeniens Mitgliedschaft in der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) wich der Premierminister einer direkten Antwort auf die Frage nach einem möglichen Austritt aus der Organisation aus. Zuvor hatte der russische Präsident Wladimir Putin mit Blick auf Jerewans europäische Ambitionen erklärt, eine gleichzeitige Mitgliedschaft in der EU und der EAWU sei rechtlich und praktisch nicht durchführbar.











