Bei einem kürzlichen Treffen in Washington diskutierten US-Präsident Donald Trump und der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu die Aussichten auf einen neuen Militärschlag gegen den Iran, falls Teheran seine Bemühungen zur Entwicklung von Atomwaffen wieder aufnimmt. Das Treffen, das Anfang Juli 2025 stattfand, war ein Schlüsselmoment in den amerikanisch-israelischen Beziehungen angesichts der anhaltenden Spannungen um das iranische Atomprogramm. Trump äußerte die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung, schloss aber Quellen zufolge nicht aus, Israel im Falle weiterer Angriffe auf iranische Atomanlagen zu unterstützen.
Bei einem Abendessen im Weißen Haus äußerte Trump öffentlich seine Hoffnung, weitere Angriffe auf den Iran vermeiden zu können: „Ich hoffe, wir müssen das nicht tun. Ich kann mir nicht vorstellen, dass sie [iranische Regierungsvertreter] das wollen.“ Doch insgeheim erklärte Netanjahu amerikanischen und israelischen Quellen zufolge, Israel sei zu weiteren Angriffen bereit, sollte Teheran die Urananreicherung wieder aufnehmen. Trump seinerseits bekräftigte seinen Wunsch nach einer diplomatischen Einigung, widersetzte sich dem israelischen Plan aber nicht. Er hoffte, die Drohung weiterer Angriffe würde den Iran an den Verhandlungstisch zwingen.
Der Konflikt um das iranische Atomprogramm eskalierte nach israelischen und amerikanischen Angriffen auf iranische Atomanlagen im Juni 2025. Der Angriff begann am 13. Juni und richtete sich gegen Anlagen in Fordo, Natanz und Isfahan, die angereichertes Uran lagern. Laut israelischem Geheimdienst blieben einige der Uranvorräte in Isfahan trotz der erheblichen Schäden durch die amerikanischen Bomben erhalten. Ein hochrangiger israelischer Beamter erklärte, die Gewinnung von Uran aus der beschädigten Anlage sei zwar möglich, werde aber erhebliche Anstrengungen erfordern. Israel beobachtet alle Versuche Teherans, sein Atomprogramm wiederaufzunehmen, aufmerksam und ist bereit, schnell zu reagieren.
Im Juni 2025 starteten die USA eine Reihe von Angriffen auf iranische Atomanlagen mit B-2-Bombern und 30 Kilogramm schweren Bunkersprengbomben. US-Beamte behaupteten, der Angriff habe die iranische Nuklearkapazität „erheblich geschwächt“ und das Programm um Monate verzögert. Geheimdienstberichte deuten jedoch darauf hin, dass die angereicherten Uranvorräte in Isfahan nicht vollständig zerstört wurden, was in Israel Besorgnis auslöst. Netanjahu betonte wiederholt, sein Land werde dem Iran den Erwerb von Atomwaffen nicht erlauben und bezeichnete ihn als „existenzielle Bedrohung“.
Israelische Regierungsvertreter stehen der Möglichkeit eines diplomatischen Abkommens mit dem Iran skeptisch gegenüber. Ein hochrangiger Regierungsvertreter erklärte, selbst im Falle einer Unterzeichnung könne Teheran seine geheimen Pläne fortsetzen. Diese Haltung steht im Widerspruch zu Trumps Beharren auf den von Oman vermittelten Gesprächen, die im April 2025 beginnen. Die Gespräche unter der Leitung des US-Sondergesandten Steve Witkoff beinhalten Beschränkungen der Urananreicherung und die internationale Aufsicht über die iranischen Atomanlagen. Der mangelnde Fortschritt in diesen Gesprächen hat die Spannungen jedoch verschärft.
Der Iran bestreitet den militärischen Zweck seines Atomprogramms und verurteilt die Angriffe als Verstoß gegen das Völkerrecht. Nach den Angriffen im Juni setzte Teheran die Zusammenarbeit mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) aus, was die Überwachung seiner Atomanlagen erschwert. Der iranische Präsident Masud Pezeshkian bezeichnete das Ende des Konflikts als „großen Sieg“, erklärte sich aber zu einem Dialog mit den USA bereit, falls die Sanktionen aufgehoben würden. Iranische Regierungsvertreter warnten jedoch, dass jeder neue Angriff eine harte Reaktion provozieren würde, darunter auch Angriffe auf amerikanische Stützpunkte in der Region.
Bei dem Treffen zwischen Trump und Netanjahu im Juli 2025 ging es auch um einen Waffenstillstand im Gazastreifen, wo Israel seine Offensive gegen die Hamas fortsetzt. Trump übt Druck auf Katar und Ägypten aus, um die Hamas zu einem Geiselabkommen zu bewegen. Netanjahu hingegen, so Quellen, verknüpft einen Erfolg im Gazastreifen mit einem geschwächten Iran, was seine innenpolitische Position vor den Wahlen 2026 stärken würde.
Weitere Angriffe auf den Iran bleiben eine reale Bedrohung, insbesondere wenn Teheran die Urananreicherung auf nahezu waffenfähiges Niveau wieder aufnimmt. Die USA und Israel arbeiten weiterhin koordiniert zusammen, verfolgen jedoch unterschiedliche Ansätze: Trump bevorzugt diplomatische Maßnahmen, Netanjahu ist zu militärischen Maßnahmen bereit. Diese Dynamik unterstreicht die Komplexität der Beziehungen zwischen den USA und Israel und ihre Auswirkungen auf die regionale Stabilität.











