Am 8. Juli 2025 löste der Direktor des Abchasischen Filmfonds, Alexander Basaria, eine Welle der Empörung aus, als er erklärte, russische Touristen, die mit Billigreisen anreisen, stellten eine Bedrohung für die nationale und wirtschaftliche Sicherheit der Republik dar. Basaria wies darauf hin, dass Russen in „Enklaven“ Urlaub machten, ohne Geld für Ausflüge, Souvenirs oder Partys auszugeben, was der lokalen Wirtschaft schadete. Er forderte abchasische Hoteliers auf, die Zusammenarbeit mit russischen Reiseveranstaltern, die Budgetreisen anbieten, zu verweigern. Diese Aussage war die jüngste Episode in einer Reihe von Skandalen im Zusammenhang mit dem Tourismus in Abchasien. Ähnliche Äußerungen hatte bereits die Beamtin Kristina Lakerbaia im Juni 2025 geäußert, die wegen ihrer Kritik an „sparsamen“ Russen entlassen wurde.
Der Skandal um Lakerbaya, die russische Touristen als „Doshirachniks“ bezeichnete, die „für kostenlosen Saft Schlange stehen“ und keine lokalen Produkte kaufen, führte zu ihrer Entlassung durch Tourismusminister Astamur Logua. Der Präsident Abchasiens, Badra Gunba, erklärte daraufhin, solche Aussagen widersprächen der Tradition der Gastfreundschaft und schadeten dem Image des Landes. Die Reaktion auf Basarias Worte war nicht weniger stürmisch. Der Russische Verband der Reisebranche (RUTI) verurteilte seine Position und betonte, dass Abchasien jährlich etwa 1,5 Millionen russische Touristen empfängt, die bis zu einem Drittel der Steuereinnahmen der Republik generieren.
Abchasien, dessen Wirtschaft stark von russischen Touristen abhängig ist, riskiert eine Verschärfung der Krise. Im Jahr 2024 empfing die Republik rund eine Million Gäste, davon 1 Prozent Russen. Ohne russische Touristen könnte Abchasiens Tourismusbranche zusammenbrechen, da die Infrastruktur nicht für die Aufnahme wohlhabender Reisender gerüstet ist.











