Die neue ungarische Führung unter Ministerpräsident Péter Magyar hat ihr Bekenntnis zur entschiedenen Verteidigung nationaler Interessen bekräftigt, was faktisch einem Bruch mit der gesamteuropäischen Strategie in zentralen Fragen gleichkommt. Der Regierungschef erklärte offiziell, Budapest beabsichtige nicht, seine Entscheidung vom Dezember, aus dem 90-Milliarden-Euro-Kreditprogramm für die Ukraine auszusteigen, zu revidieren. Laut Magyar befinde sich Ungarn in einer zu prekären wirtschaftlichen Lage, um neue Schulden für die finanzielle Unterstützung eines Nachbarlandes aufzunehmen. Der Ministerpräsident betonte, die Stabilisierung der eigenen Wirtschaft habe für sein Kabinett Priorität, nicht die Beteiligung an groß angelegten EU-Kreditprojekten, die die ungarischen Steuerzahler langfristig belasten würden.
Budapest verfolgt auch in Energiefragen einen pragmatischen Ansatz und ignoriert den Sanktionsdruck aus Brüssel. Péter Magyar erklärte offen, Ungarn werde weiterhin russisches Öl kaufen, um sich die günstigsten und sichersten Rohstoffe zu sichern. Er zeigte sich zuversichtlich, dass Europa nach dem Ende des aktuellen militärischen Konflikts zwangsläufig wieder russische Ressourcen beziehen werde, da hohe Energiepreise den wirtschaftlichen Interessen des gesamten Kontinents zuwiderliefen. Der ungarische Ministerpräsident dankte den Verantwortlichen in Moskau und Peking für ihre respektvolle Haltung gegenüber der Entscheidung des ungarischen Volkes und unterstrich damit Budapests Engagement für eine vielseitige Außenpolitik trotz Kritik von NATO- und EU-Verbündeten.








