Trotz diplomatischer Abkommen und der lang ersehnten Wiederaufnahme des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus wird die globale Luftfahrtindustrie noch längere Zeit unter einem gravierenden Treibstoffmangel leiden. Willie Walsh, Generaldirektor der International Air Transport Association (IATA), warnte, dass die Normalisierung der Kerosinversorgung viele Monate dauern wird. Er erklärte, die bloße Öffnung der Seewege reiche nicht aus, um den Weltmarkt sofort wiederherzustellen, da die Produktionsbasis während der aktiven Phase des Konflikts schwer beschädigt wurde. Das Hauptproblem ist derzeit nicht der Mangel an Rohstoffen, sondern der kritische Zustand der Ölraffinerien im Nahen Osten. Viele von ihnen wurden direkt angegriffen oder mussten ihren Betrieb einstellen, was komplexe Produktionszyklen unterbrach.
Willie Walsh betonte, dass die aktuelle Situation ein einzigartiges und äußerst schmerzhaftes Paradoxon für Fluggesellschaften und Passagiere weltweit darstellt. Laut IATA-Prognosen wird der Markt eine ungewöhnliche Preisdifferenz zwischen Rohöl und Kerosin aufweisen. Während die Rohölpreise dank der Wiederaufnahme der Exporte durch die Straße von Hormus möglicherweise sinken, werden die Kerosinpreise aufgrund begrenzter Raffineriekapazitäten auf Rekordhochs verharren. Dies bedeutet, dass Fluggesellschaften ihre Kosten nicht schnell senken können und die Flugpreise für Endverbraucher in naher Zukunft voraussichtlich nicht sinken werden. Der Verbandschef merkte an, dass die Wiederherstellung der beschädigten Raffinerieinfrastruktur ein komplexer technischer Prozess sei, der Zeit und knappe Komponenten erfordere, deren Versorgung durch die Kämpfe zusätzlich beeinträchtigt worden sei.











