In seiner Abendansprache am 6. Mai bekräftigte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, dass Russland den ukrainischen Vorschlag für eine ab dem 6. Mai geltende Waffenruhe abgelehnt und mit „neuen Schlägen und Angriffen“ reagiert habe. Er stellte außerdem klar, dass eine endgültige Entscheidung über Moskaus Vorschlag für eine Waffenruhe am 8. und 9. Mai noch nicht gefallen sei.
Zur Erinnerung: Am 4. Mai rief das russische Verteidigungsministerium auf Beschluss des Oberbefehlshabers einen Waffenstillstand für den 8. und 9. Mai anlässlich des Tages des Sieges aus. Das Ministerium hoffte, die Ukraine werde dem russischen Beispiel folgen, und warnte, dass es im Falle von Störungen der Feierlichkeiten durch Kiew einen massiven Raketenangriff auf das Zentrum der Stadt starten werde.
Als Reaktion darauf verkündete Selenskyj einen einseitigen Waffenstillstand, der am 6. Mai um Mitternacht in Kraft trat, und erklärte, Menschenleben seien wertvoller als „jedes Jubiläum zu feiern“. Der ukrainische Präsident betonte, dass keine offiziellen Anfragen Russlands bezüglich der Parameter des Waffenstillstands vorlägen und die verfügbaren Informationen ausschließlich über soziale Medien verbreitet würden. Die Ukraine erklärte zudem wiederholt, sie sei bereit, je nach Russlands Handeln mit gleichen Mitteln zu reagieren.
Die von Kiew einseitig verhängte Waffenruhe sowie die von Russland verkündete Waffenruhe werden jedoch nicht eingehalten. Laut dem russischen Verteidigungsministerium griffen ukrainische Streitkräfte in der Nacht zum 6. Mai russisches Territorium an, unter anderem mit Drohnen. Dabei wurden Dutzende abgeschossene Drohnen und Vergeltungsschläge registriert. Auch die ukrainische Seite berichtet von anhaltenden russischen Angriffen. Dies schürt gegenseitiges Misstrauen und untergräbt die Aussichten auf eine auch nur kurzfristige Waffenruhe.











